Wessen Brot ich es, dessen conclusion ich sing

KlingelbeutelDas Thema ist ja prinzipiell bekannt, doch sind zwei aktuelle Studien erwähnenswert:

Nieto und Kollegen untersuchen die Berichterstattung von Nebenwirkungen in RCTs zu inhalativen Cortocosteroiden (Arch Intern Med.2007; 167: 2047). Sie finden, wie schon an anderen Beispielen gezeigt, daß Nebenwirkungen in industriefinanzierten Studien im Vergleich zu nicht-industriegesponsorten Studien seltener oder geschönt berichtet werden.
Das Ganze ist besonders pikant, da ja gerne das Vergleichsmedikament unterdosiert wird, um einen Wirksamkeitsvorteil besser belegen zu können – und bei niedriger Dosis ja auch die Nebenwirkungen des Vergleichsmedikamentes so tendentiell selterner auftreten sollten. Auch hier sind industriefinanzierte Studien ge-bias-t und berichten deutlich häufiger, daß trotz signifikanter Unterschiede von Sicherheitsparametern das Studienmedikament „sicher“ sei.

Yank und Kollegen haben erstmals bei Meta-Analysen den selben Zusammenhang untersucht (BMJ 2007;335:1202). Sie konnten zeigen, daß das für Antihypertensiva das rechnerische Ergebnis unabhängig von der Finanzierung gleich ist, das Fazit der Autoren aber dann (interessensgesteuert) abweicht.

Also: Transparenz bei der Offenlegung von Interessenkonflikten ist unabdingbar – und Vorsicht bei der Bewertung und Kommentierung; lieber selber die Zahlen anschauen.

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