Archiv für die Kategorie '5-Minuten-Evidenz'

Evidenzbasierte Diagnostik

Dienstag, 29. Januar 2008

TestEvidence-based Diagnostik beschränkte sich im Rahmen der 5-Minuten-Evidenz meist auf entsprechende Empfehlungen in Leitlinien. Gerade kommt von den fleißigen EbMler der Trip Database ein Hinweis auf eine neue Seite: BetterTesting. Neben der obligatorischen Suchfunktion haben die Autoren Empfehlungen zur Diagnostik thematisch sortiert. In kurzen, gut verständlichen Texten wird neben den Fragen „wann & was testen“ auch auf Fragen wie „wann erneut testen“ eingegangen. Zu jedem Artikel gibt es umfangreiche Quellenangaben. Also genau das Richtige für die 5-Minuten-Evidenz!

Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchte sollte beim EbM-Netzwerk vorbeischauen. Dort finden Sie auch die Diagnostik-Studie des Monats, und einen Newsletter aus Salzburg (die 2. Ausgabe enthält u.a. einen Artikel zu Likelihood-Ratios)

Auch die Cochrane Library wird bald systematische Übersichtsarbeiten zur Diagnostik enthalten. Erste Protokolle sind online.

Eine bunte Mischung an Hintergrundartikeln und konkreten Bewertungen gibt es bei Bandolier. Interessante Artikelsammlung gibt es vom BMJ und EbM, jedoch ist leider ohne Abo nicht alles zugänglich.

Einführung in Diagostikstudien und Hinweise zur gezielten Suche gibt es aus dem ADEPT-Kursprogramm. Mehr zur Statistik gibt es aus Nebraska.

Eine Checkliste zur Bewertung von Diagonstikstudien offeriert das NHS. Online-Rechner und Hinweise zu Bias und Evidenzleveln bietet die Uniklinik Colorado.

Tiefschürfender Literatur gibt es reichlich, ich bin über diesen Artikel gestolpert.

Nachtrag: grob vergleichbar zu bettertesting.com ist arupconsult.com von der Uni Utah.

Nebenwirkungen suchen (UAW-Suche)

Donnerstag, 17. Januar 2008

Regelmäßig werde ich mit der Frage beschäftigt: „Könnte das eine Medikamentennebenwirkung (UAW) sein?“. Ich schildere, wie ich vorgehe und übergehe dabei bewußt kostenpflichtige Quellen und beleuchte weniger bekannte Wege.

Einstieg ist immer die aktuelle Fachinformation. Diese Information ist „amtlich“ – und last but not least findet man die Telefonnummer des Herstellers für evtl. Nachfragen. Wer keinen DocCheck-Zugang hat und etwas auf Deutsch lesen möchte, kann die Schweizer Fachinfo einsehen.

Auch Bücher sind im Internetzeitalter eine mögliche Quelle. Inzwischen sind recht viele Bücher bei Amazon nach Registrierung über „search inside“ online anzusehen. Blättern geht dort nur beschänkt, aber in diesem Falle ist eh die Suchfunktion entscheidend. Ein Blick in „Myler’s side effects of drugs“ schadet jedenfalls nicht.

Reactions Weekly kann beschränkt auch ohne Abo genutzt werden: Unter „quick search“ suchen Sie nach dem Symptom und wenn etwas gefunden wurde dann ggf. mit „refine search“ nach dem Medikament. Den Volltext, i.d.R. Fallberichte, bekommt man zwar nur als Abonnent – aber manchmal hilft es ja erstmal auch, nur zu wissen, daß es etwas geben könnte.

Prinzipiell sind die Aufsichtsbehörden eine gute Quelle für aktuelle Informationen zu Nebenwirkungen. Hier gelistete UAW sind relevant und gut belegt.
Vorbildlich ist die FDA: Suchfunktion, RSS-Feed…
Das BfArM verstreut Informationen leider über mehrere Seiten in der Rubrik „Pharmakovigilanz„. Zentral erscheint die Seite „Risikoinformationen„, die immerhin einen RSS-Feed hat.
Die EMEA gibt sich leider besonders viel Mühe, Informationen unzugänglich anzubieten. Zentral ist die Seite „what’s new„. Wenn man tief einsteigen will, empfehlen sich die EPARs, also die zentralen Zulassungsdokumente (jeweils die Datei „Scientific Discussion (6)“).
Ähnlich viel Mühe beim Verstecken gibt sich das PEI wenn es um die Datenbank mit Impfschäden geht.

PS: Arzneimittel-Interaktionen sind ein verwandtes Problem. Hierzu gibt es eine schöne Übersicht zu Internetquellen bei David Rothman.

Leitliniensuche mit Pubgle

Mittwoch, 05. Dezember 2007

Es gibt eine neue Leitliniensuchmaschine: Pubgle. Das Ganze ist ein unprätentiöses Web 2.0-Mashup aus Pubmed, eine Leitlinien-Suchstrategie und Google. PubGle
Nach Eingabe des Suchbegriffes wählt man eine spezifische („Search 1“) oder sensitive („Search plus“) Suchstrategie aus. Pubgle durchsucht dann Medline und gibt die ersten Treffer zurück. Häufig steht man ja dann vor dem Problem, den Volltext zu beschaffen wenn er nicht verlinkt ist. Hier hilft Pubgle, indem es eine Google- oder Yahoo-Suche nachschaltet und auch hier die Suchergebnisse selber verwaltet. Als letzten Schritt kann man den richtigen Treffer markieren, so daß sich der nächste Sucher nicht wieder durch Google wühlen muß.
Funktioniert – nur schade, daß sich die spanischen Autoren wenig Mühe mit der Übersetzung gegeben haben und sich hinter nicht funktionierenden EMail-Adressen verstecken.

Schnelle Suche

Dienstag, 04. Dezember 2007

Die Literatursuche ist oft steinig. Spezialisierte Suchmaschinen können da helfen.
TRIP database Die Tripdatabase ist eine solche. Nach Eingabe der englischen Suchbegriffe erhalten Sie die Suchergebnisse übersichtlich gruppiert in Evidenzbasierte Übersichtsarbeiten, Leitlinien (sortiert nach Herkunft), Online-Lehrbücher (wie eMedicine und Ganfyd) und auf Wunsch auch vorgefiltertet Suchergebnisse aus PubMed.
In der Praxis findet man bei allgemeinen Problemen oft eine Antwort in den (meist qualititiv hochwertigen) englischen Leitlinien, frischt in den eTextbooks schnell eventuelle Wissenslücken zur Grunderkrankung auf und schaut dann bei spezielleren Fragen nach Systematic Reviews.