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	<title>EbM-Anwender - Blog für angewandte Evidenzbasierte Medizin</title>
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	<description>Angewandte Evidenzbasierte Medizin</description>
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		<title>EbM in Deutschland demontiert?</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 21:30:43 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Offenbar soll die Nutzenbewertung von Arzneimitteln im deutschen GKV-System auf Dr&#228;ngen der Pharmalobby ausgehebelt werden (der Spiegel berichtet: 1, 2). Zuerst sollen Kompetenzen vom G-BA ins politisch leichter steuerbare Gesundheitsministerium verlagert werden, dann soll die Beweislast umgedreht werden: Es soll der &#8220;medizinischen Nutzen eines Arzneimittels nicht abweichend von der Beurteilung der Zulassungsbeh&#246;rde bewerten&#8221; werden sowie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Offenbar soll die Nutzenbewertung von Arzneimitteln im deutschen GKV-System auf Dr&auml;ngen der Pharmalobby ausgehebelt werden (der Spiegel berichtet: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,719507,00.html">1</a>, <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,719630,00.html">2</a>). Zuerst sollen Kompetenzen vom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G-BA">G-BA</a> ins politisch leichter steuerbare Gesundheitsministerium verlagert werden, dann soll die Beweislast umgedreht werden: Es soll der &#8220;medizinischen Nutzen eines Arzneimittels nicht abweichend von der Beurteilung der Zulassungsbeh&ouml;rde bewerten&#8221; werden sowie nur &#8220;die Verordnung von Arzneimitteln einschr&auml;nken oder ausschlie&szlig;en, wenn die Unzweckm&auml;&szlig;igkeit erwiesen ist&#8221;. Ein solcher Nicht-Beweis st&ouml;&szlig;t schon auf logische Probleme. Dazu kommt, dass der Schwerpunkt in der Arzneimittelzulassung anders liegt: Neuen Arzneimitteln darf die Zulassung nur in wenigen, bestimmten F&auml;llen verweigert werden (siehe <a href="http://bundesrecht.juris.de/amg_1976/__25.html">§25 AMG</a>) &#8211; und hier geh&ouml;rt Gleichwertigkeit oder gar &Uuml;berlegenheit zum therapeutischen Standard (&#8220;Zusatznutzen&#8221;) nicht zu!</p>
<p>Die Arbeit des BfArM ist nicht transparent, und die Zulassung schl&auml;gt bisweil bizarre Bl&uuml;ten: Beispielsweise ist Montelukast bei Kindern nur sehr eingeschr&auml;nkt zugelassen. Diese Einschr&auml;nkungen lassen sich aus den Zulassungsstudien nicht ableiten. (als Folge konnten die Montelukast-Zulassungsstudien nicht f&uuml;r die Nutzenbewertung des IQWiG herangezogen werden, nachzulesen ab <a href="http://www.iqwig.de/download/V06-02B_Abschlussbericht_Interventionen_bei_Kleinkindern_mit_obstruktiven_Atemwegserkrankungen.pdf">S. 59</a> bzw. <a href="http://www.iqwig.de/v06-02b-interventionen-bei-kindern-mit.986.html?tid=1232&amp;phlex_override_command=element">komplett hier</a>)</p>
<p>EbM auf Systemebene wird so von der schwarz-gelben Bundesregierung zugunsten multinationaler Pharmakonzerne abgew&uuml;rgt. Es bliebe dann nur zu hoffen, dass die EbM-Anwender kritisches Augenma&szlig; bewahren. Dies wird noch schwieriger, wenn mit dem IQWiG eine Quelle hochwertiger und deutschsprachiger Evidenz wegf&auml;llt.</p>
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		<title>McStatin und EbM?</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Sep 2010 20:24:24 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[K&#252;rzlich stolperte ich im D&#196;B &#252;ber die Randnotiz &#8220;McStatin&#8221;: Es wurde die wissenschaftlich-mathematische Gedankenspielerei britischer Autoren (Volltext), zu jedem Fastfood-Men&#252; ein Statin zu reichen, als &#8220;keine Schnapsidee f&#252;r die Stammtischrunde, sondern reine evidenzbasierte Medizin&#8221; bezeichnet. Da Kr&#228;useln sich direkt die Fingern&#228;gel &#8211; und auch die British Heart Foundation hat schon hart zur&#252;ckgerudert. Bei allen Vorbehalten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>K&uuml;rzlich stolperte ich im D&Auml;B &uuml;ber die <a href="http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&amp;id=78133">Randnotiz &#8220;McStatin&#8221;</a>: Es wurde die wissenschaftlich-mathematische Gedankenspielerei britischer Autoren (<a href="http://www.ajconline.org/article/S0002-9149(10)00870-2/fulltext">Volltext</a>), zu jedem Fastfood-Men&uuml; ein Statin zu reichen, als &#8220;keine Schnapsidee f&uuml;r die Stammtischrunde, sondern reine evidenzbasierte Medizin&#8221; bezeichnet. Da Kr&auml;useln sich direkt die Fingern&auml;gel &#8211; und <a href="http://www.bhf.org.uk/default.aspx?page=12028">auch die British Heart Foundation hat schon hart zur&uuml;ckgerudert</a>. Bei allen Vorbehalten wollte ich einmal mit <a href="http://www.gradeworkinggroup.org/publications/index.htm">GRADE</a> an die Arbeit herangehen (eine sch&ouml;ne Einf&uuml;hrungspr&auml;sentation zu GRADE ist <a href="www.ncddr.org/webcasts/25/webcast25041410.ppt">hier</a>) um die vom D&Auml;B behauptete &#8220;Evidenzbasierung&#8221; zu pr&uuml;fen: Die Intervention wird von den Autoren mittels einer systematischen &Uuml;bersichtsarbeit mit Metaanalyse bewertet (<a href="http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/full/166/21/2307">Volltext</a>). Nach GRADE sind nun zu bewerten: Wahl der Outcomes, Wichtigkeit der Outcomes sowie die Qualit&auml;tsbewertung mit den Punkten</p>
<ul>
<li>Studientyp (+/-)</li>
<li>risk of bias (-)</li>
<li>inconsistency (-)</li>
<li>indirectness (-)</li>
<li>imprecision (-)</li>
<li>publication bias (-)</li>
<li>large effect (+)</li>
<li>dose-response (+)</li>
<li>antagonistic bias (+)</li>
</ul>
<p>(-) bedeutet eine m&ouml;gliche Abwertung, (+) eine m&ouml;gliche Aufwertung.</p>
<p>Als Outcome wurde &#8220;major cardiovascular event&#8221; gew&auml;hlt &#8211; das schein erstmal sinnvoll und &uuml;blich, wenngleich man sich &uuml;ber das Poolen von Tod und &uuml;berlebtem Herzinfarkt sicher streiten kann. Als Studientyp wurden RCTs gew&auml;hlt, OK &#8211; wir beginnen also die GRADE-Bewertung bei &#8220;HIGH&#8221;. <em>Risk of bias</em> wird in der Studie als &#8220;study quality&#8221; mit dem Jadad-Score gemessen. Das war 2006 wohl state of the art &#8211; und alle eingeschlossenem RCTs sind hier gut bewertet, also kein Punktabzug. F&uuml;r <em>inconsistency </em>mag man in<a href="http://archinte.ama-assn.org/cgi/content-nw/full/166/21/2307/IRA60010F2"> figure 2</a> auch keinen Grund finden. Der Haken kommt bei <em>indirectness</em>: gr&ouml;&szlig;tensteils Mittel-/Hochrisikopatienten, was auf den normalen Burger-Konsumenten nicht zutrifft, eine andere Intervention (&#8220;bedarfsweise&#8221; Gabe zum Burger vs. Dauermedikation). Ich w&uuml;rde 2 Punkte abziehen &#8211; also Qualit&auml;t schon bei &#8220;LOW&#8221;. <em>Imprecision </em>w&uuml;rde ich nicht diagnostizieren. <em>Publication bias</em> wird nicht diskutiert, ein funnel plot fehlt &#8211; trotzdem kein Punktabzug. <em>Large effect</em> (&#8220;Fallschirme bei Flugzeugabsturz&#8221;) &#8211; n&ouml;! <em>Dose-response</em> &#8211; n&ouml;! (OK, ist zumindest bei der KHK-Behandlung unklar).<em> Antagonistic bias</em> &#8211; da fehlt mir die Phantasie, einen Grund zur Aufwerrung zu finden.</p>
<p>Ohne besondere Skepsis und bei oberfl&auml;chlicher Analyse handelt es sich auf der Haben-Seite ohne Ber&uuml;cksichtigung von unerw&uuml;nschten Wirkungen also um LOW quality evidence nach GRADE. Die Bewertung der Soll-Seite (also das Risko des Burgerverzehrs) wird sicher nicht &uuml;ber VERY LOW hinauskommen. Eine Leitlinienempfehlung w&uuml;rde man auf dieser Evidenzbasis sicher nicht formulieren. Die Aussage &#8220;reine evidenzbasierte Medizin&#8221; des D&Auml;B-Autors erscheint abenteuerlich.</p>
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		<title>D&#196;B bekennt Farbe?</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 20:27:07 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Fr&#252;her war die Standard-Methodik in Review-Artikeln im Deutschen &#196;rzteblatt die ber&#252;chtigte &#8220;selektive Literatursuche&#8221;, sprich die willk&#252;rliche Auswahl der Literatur nach Gusto der Autoren. Das vorletzte D&#196;B Nr. 21 &#252;berrascht nicht nur durch ein h&#252;bsches Titelbild (eine freie Interpretation des Themas von mir zur Linken; Foto des Combur 6 von Roche): unter &#8220;Diagnose des Harnwegsinfektes&#8221; eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ebm-anwender.de/wp-content/uploads/2010/06/BUNTES.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-83" src="http://www.ebm-anwender.de/wp-content/uploads/2010/06/BUNTES.jpg" alt="" width="200" height="151" /></a>Fr&uuml;her war die Standard-Methodik in Review-Artikeln im <a href="http://www.aerzteblatt.de">Deutschen &Auml;rzteblatt</a> die ber&uuml;chtigte &#8220;selektive Literatursuche&#8221;, sprich die willk&uuml;rliche Auswahl der Literatur nach Gusto der Autoren. Das vorletzte <a href="http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/heftinhalt.asp?heftid=3161">D&Auml;B Nr. 21</a> &uuml;berrascht nicht nur durch ein h&uuml;bsches <a href="http://aerzteblatt.lnsdata.de/titel/107/titel21.jpg">Titelbild</a> (eine freie Interpretation des Themas von mir zur Linken; Foto des Combur 6 von Roche): unter &#8220;<a href="http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&amp;id=75307">Diagnose des Harnwegsinfektes</a>&#8221; eine systematische &Uuml;bersichtsarbeit und unter &#8220;<a href="http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&amp;id=75308">Dekubitalgeschw&uuml;re &#8211; Pathophysiologie und Prim&auml;rpr&auml;vention</a>&#8221; ein CME-Beitrag, der gar auf einen sonst als sperrig verschrienen<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Health_Technology_Assessment"> HTA</a>-Bericht fu&szlig;t. Eine lobenswerte Wendung zu (formal) hochqualitativen Arbeiten!</p>
<p>Nun sollte man nur noch bei den Interessenkonflikten Farbe bekennen: Peinliche Unterlassungen, sogar wiederholt, &#8220;renommierter&#8221; Autoren sollten nicht nur den <a href="http://gesundheit.blogger.de/stories/1646177/">Watchblogs</a> und der<a href="http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/fehlende-transparenz-1/"> Tagespresse</a> auffallen.</p>
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		<title>Zwei Buchstaben</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 23:22:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>root</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Dr. &#8211; was nun? Die gr&#246;&#223;te Quelle freien Wissens, Wikipedia, liefert erstmal reichlich Lesefutter und Links. Erster Punkt: es handelt sich um einen akademischen Grad, keinen Titel &#8211; auch wenn landl&#228;ufig so genannt. Wikipedia hilft freundlicherweise auch bei der korrekten Anrede (Anschrift &#8220;Herr Dr. med. Peter M&#252;ller&#8221;, Anrede &#8220;Sehr geehrter Herr Dr. M&#252;ller&#8221;). Wie f&#252;hrt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. &#8211; was nun? Die gr&ouml;&szlig;te Quelle freien Wissens, <a href="http://de.wikipedia.org">Wikipedia</a>, liefert erstmal reichlich Lesefutter und Links. Erster Punkt: es handelt sich um einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Akademischer_Grad#Abgrenzung_zu_.E2.80.9ETiteln.E2.80.9C">akademischen Grad</a>, keinen Titel &#8211; auch wenn landl&auml;ufig so genannt. Wikipedia hilft freundlicherweise auch bei der korrekten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anrede#Wissenschaft">Anrede</a> (Anschrift &#8220;Herr Dr. med. Peter M&uuml;ller&#8221;, Anrede &#8220;Sehr geehrter Herr Dr. M&uuml;ller&#8221;).</p>
<p>Wie f&uuml;hrt man den Dr.? Interessanterweise ist der Doktorgrad der einzige akademische Grad, der in Ausweisdokumente eingetragen wird, obwohl er kein Namensbestandteil ist. Auf den Briefkasten + Klingelschild k&ouml;nnte man ihn auch schreiben (f&uuml;r alle drei finde ich gerade keinen Grund). Von einer eigenm&auml;chtigen &#8220;&Uuml;bersetzung&#8221;, etwa zum PhD, sollte man in Deutschland absehen; der Grad <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doctor_of_Philosophy#F.C3.BChrung_des_Grades">darf nur so gef&uuml;hrt werden, wie in der Urkunde benannt</a>.</p>
<p>Und international? Offenbar sehr schwierig und im Gespr&auml;ch mit etlichen Kollegen habe ich keine befriedigende Antwort gefunden. Aber der Reihe nach: Die verbindlichste Auskunft zum umgekehrten Thema findet man bei <a href="http://www.anabin.de">anabin</a>, so dass ich erstmal &#8220;r&uuml;ckw&auml;rts&#8221; vorgegangen bin. In den USA gibt es den &#8220;doctor of medicine&#8221;, kurz &#8220;M.D.&#8221;, den es als Berufsdoktorat, also mit Studienabschluss gibt. Anabin f&uuml;hrt keinen PhD f&uuml;r Mediziner, geht aber generell von der &Auml;quivalenz US-PhD = DE-Dr. aus. D&uuml;rfte ich mich also bei der n&auml;chsten Publikation im, sagen wir&#8230; NEJM&#8230; (h&uuml;stel) nun MD+PhD nennen? Doch lieber im BMJ (h&uuml;stel) ver&ouml;ffentlichen? In Gro&szlig;britannien gibt es zahllose Abschl&uuml;sse, etwa den  &#8220;Bachelor of Medicine, MBBS&#8221; &#8211; entsprechend dem DE-Staatsexamen; &#8220;Doctor of/in Medicine, DM/MD&#8221; &#8211; entspricht nicht direkt  vergleichbarem, wohl am ehesten DE-Dr.; &#8220;Doctor of Philosophy, Medical Sciences&#8221; &#8211; entsprechend einem DE-Dr.. Fast jeder Befragte war allerdings der Meinung, dass der PhD in Gro&szlig;britannien dem DE-Professor entspreche. Was nun? &#8220;Nur&#8221; MD w&auml;re in den USA aber tiefgestapelt mangels Abgrenzung zum Berufsdoktorat, in GB OK&#8230;</p>
<p>Aus historischer Perspektive ist &uuml;brigens  das Streben nach dem PhD nicht nachzuvollziehen, da Medizin, Theologie und Recht schon immer Doktorgrade verliehen, nur eben die anderen F&auml;cher nicht, die sich dann unter dem Dach des PhD einfanden (Quelle <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Doctor_of_Philosophy#History">1</a>, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Academic_degree#Overview">2</a>, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Doctor_of_Medicine#History_of_the_medical_degree">3</a>).</p>
<p>Wie immer bin ich gespannt auf Ihre Kommentare!</p>
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		<title>Verminderte Aktivit&#228;t</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Sep 2008 20:27:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>root</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leser, wie Sie vielleicht bemerkt haben komme ich in letzer Zeit selten zum Schreiben f&#252;r das Blog. Dies wird sich in den n&#228;chsten Wochen nicht &#228;ndern, (guter) Grund daf&#252;r ist meine Dissertation. Das Forum werde ich abschalten, da es nicht genutzt wird und regelm&#228;&#223;iger Pflege der Software bedarf. Die Kommentarfunktion der einzelnen Beitr&#228;ge funktioniert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leser,<br />
wie Sie vielleicht bemerkt haben komme ich in letzer Zeit selten zum Schreiben f&uuml;r das Blog. Dies wird sich in den n&auml;chsten Wochen nicht &auml;ndern, (guter) Grund daf&uuml;r ist meine Dissertation.<br />
Das Forum werde ich abschalten, da es nicht genutzt wird und regelm&auml;&szlig;iger Pflege der Software bedarf. Die Kommentarfunktion der einzelnen Beitr&auml;ge funktioniert weiterhin, so dass Sie sich mit den anderen Lesern und mir austauschen k&ouml;nnen.<br />
Meine aber Empfehlungen, die Sie im rechten Seitenbereich des Blogs oder <a href="http://www.google.com/reader/shared/user/05751607224878460092/state/com.google/broadcast">-&gt;hier&lt;-</a> lesen k&ouml;nnen werden st&auml;ndig aktualisiert &#8211; schauen Sie also wieder mal vorbei!</p>
<p>Gastbeitr&auml;ge ver&ouml;ffentlich ich gerne.<em><br />
Ihr Martin Gerken</em></p>
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		</item>
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		<title>Einer f&#252;r alle &#8211; Behandlung ohne Symptombezug?</title>
		<link>http://www.ebm-anwender.de/61/einer-fuer-alle-behandlung-ohne-symptombezug/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Jul 2008 12:23:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>root</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Es zeigt sich ein neuer Trend: vermehrt werden nicht mehr Einzelkrankheiten oder Einzelsymptome, sondern komplexe Krankheiten und Risikokonstellationen, wie Typ-2 Diabetes oder kardiovaskul&#228;res Hochrisiko behandelt. Beispiele sind aktuelle Studien wie ONTARGET oder ADVANCE. Hier werden Patienten mit Wirkstoffen oder fixen Wirkstoffkombinastionen behandelt, die traditionell gezielt und kontrolliert gegen einzelne Krankheiten bzw. Symptome &#8211; hier den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es zeigt sich ein neuer Trend: vermehrt werden nicht mehr Einzelkrankheiten oder Einzelsymptome, sondern komplexe Krankheiten und Risikokonstellationen, wie Typ-2 Diabetes oder kardiovaskul&auml;res Hochrisiko behandelt. Beispiele sind aktuelle Studien wie <a href="http://www.ebm-anwender.de/50/ontarget-gedanken-zu-studie-surrogatendpunkten/">ONTARGET</a> oder <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?Db=pubmed&amp;Cmd=ShowDetailView&amp;TermToSearch=17765963&amp;ordinalpos=1&amp;itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum">ADVANCE</a>. Hier werden Patienten mit Wirkstoffen oder fixen Wirkstoffkombinastionen behandelt, die traditionell gezielt und kontrolliert gegen einzelne Krankheiten bzw. Symptome &#8211; hier den Bluthochdruck &#8211; eingesetzt wurden.</p>
<p>In einem sch&ouml;nen <a href="http://content.nejm.org/cgi/content/full/NEJMp0803740">Editorial von Krumholz und Lee im NEJM</a> wird betont, dass Therapiestrategien und nicht Einzelma&szlig;nahmen gepr&uuml;ft werden, dass somit Marker&amp;Zielgr&ouml;&szlig;en nicht ohne die sie g&uuml;nstig beeinflussende Strategie genutzt werden sollten, und das Leitlinien gepr&uuml;fte Therapiestrategien unter expliziter Abw&auml;gung von Krankheitsrisiken, Behandlungsrisiken und m&ouml;glichem Behandlungsnutzen empfehlen sollen. Dabei sei das individuelle Risiko zu ber&uuml;cksichtigen.</p>
<p>F&uuml;hren solche monolithischen Therapiestrategien zwangsweise zur <a href="http://www.bmj.com/cgi/content/abstract/326/7404/1419?maxtoshow=&amp;HITS=10&amp;hits=10&amp;RESULTFORMAT=&amp;fulltext=wald+polypill+2003&amp;searchid=1&amp;FIRSTINDEX=10&amp;resourcetype=HWCIT">&#8220;polypill&#8221;</a>? Ist das ein klassisches Beispiel, wo EbM zur Kochbuchmedizin f&uuml;hrt? Oder ist das das Gegengift gegen immer neue Medikamente, die lediglich Surrogate irrelevant beeinflussen?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>6. Schritt der Evidenz-basierten klinischen Medizin?</title>
		<link>http://www.ebm-anwender.de/60/6-schritt-der-evidenz-basierten-klinischen-medizin/</link>
		<comments>http://www.ebm-anwender.de/60/6-schritt-der-evidenz-basierten-klinischen-medizin/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 13:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>root</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[EbM]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ebm-anwender.de/?p=60</guid>
		<description><![CDATA[Die klassischen Schritte der EbM zur L&#246;sung eines klinischen Problems sind (stark verk&#252;rzt) wie folgt: Formulierung einer suchtauglichen Frage Suche nach der besten Evidenz Kritische Wertsch&#228;tzung der gefundenen Evidenz Anwendung in der Praxis Evaluation (nach dem EbM-Tutorial, Uni Witten/Herdecke) Nun schlagen D. Keister und J. Tilson in der Zeitschrift EBM 2008;13(3):69 als weiteren Schritt &#8220;proactive [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die klassischen Schritte der EbM zur L&ouml;sung eines klinischen Problems sind (stark verk&uuml;rzt) wie folgt:</p>
<ol>
<li>Formulierung einer suchtauglichen Frage</li>
<li>Suche nach der besten Evidenz</li>
<li>Kritische Wertsch&auml;tzung der gefundenen Evidenz</li>
<li>Anwendung in der Praxis</li>
<li>Evaluation</li>
</ol>
<p>(nach dem <a href="http://www.medizinalrat.de/Eb_Medicine/EbM_-_Theorie_und_Handwerkszeu/ebm_-_theorie_und_handwerkszeu1.html">EbM-Tutorial, Uni Witten/Herdecke</a>)</p>
<p>Nun schlagen D. Keister und J. Tilson in der Zeitschrift <a href="http://ebm.bmj.com">EBM</a> 2008;13(3):69 als weiteren Schritt &#8220;proactive monitoring for newy emerging evidence&#8221;, also die aktive Suche nach neuem Wissen als weiteren Standard-Schritt vor.</p>
<p>Auch wenn ich etwas Probleme habe, mir das in dieser strengen Form vorzustellen (m&uuml;sste man doch f&uuml;r jede [der irgendwann zahllosen!] beantwortete Frage die Suchstrategie speichern und regelm&auml;&szlig;ig laufen lassen), so kann ich mir doch eine &#8220;abgespeckte&#8221; Strategie vorstellen:</p>
<ol>
<li>F&uuml;r das eigene Fachgebiet wird ein Benachrichtigunsdienst abonniert. Ich bin da mit <a href="http://www.bmjupdates.com">BMJ Updates</a>, einem alerting service unter dem Dach von BMJ und McMaster University recht zufrieden. Dort bewerten Fachkollegen Artikel und man erh&auml;lt ab einen einstellbaren Wert f&uuml;r Neuigkeit und Relevanz eine Email.</li>
<li>F&uuml;r besondere &#8220;Steckenpferde&#8221; speichert man bei <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/cubby.fcgi">Pubmed-MyNCBI</a> eine ausreichend spezifische Suchstrategie und abonniert die Benachrichtigungs-Email oder den RSS-Feed. (das eignet sich eher nicht f&uuml;r breite Themen, wie KHK)</li>
</ol>
<p>Finden Sie den &#8220;6. Schritt&#8221; vern&uuml;nftig und durchf&uuml;hrbar? Was tun Sie um aktuell zu bleiben?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Primum nil nocere</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jun 2008 19:38:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>root</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; oder &#8220;first do no harm&#8221; &#8211; an die hippokratische Regel, vor allem nicht zu schaden sollte nochmal erinnert werden. Als Arzt ist man ja oft in der Rolle &#8220;etwas tun zu m&#252;ssen&#8221; &#8211; und dadurch gew&#246;hnt man sich daran, etwas tun zu wollen. Aus eigener Erfahrung und aus vielen Leserbriefen im &#196;rztblatt weiss ich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="float: left;" src="http://www.ebm-anwender.de/wp-content/uploads/2008/06/roteskreuz.gif" alt="" width="100" height="100" />&#8230; oder &#8220;first do no harm&#8221; &#8211; an die hippokratische Regel, vor allem nicht zu schaden sollte nochmal erinnert werden. Als Arzt ist man ja oft in der Rolle &#8220;etwas tun zu m&uuml;ssen&#8221; &#8211; und dadurch gew&ouml;hnt man sich daran, etwas tun zu wollen. Aus eigener Erfahrung und aus vielen Leserbriefen im &Auml;rztblatt weiss ich, dass der Arzt im Allgemeinen etwas tun will &#8211; auch dann, wenn es keinen Nutzenbeleg gibt. &#8220;Wird schon nicht schaden&#8221;, lautet oft die Begr&uuml;ndung. Auch wenn man den Geldbeutel mal vergi&szlig;t, ist gut gemeint aber nicht gut getan. Ein solches klassisches Beispiel von &#8220;gut gemeint&#8221; wurde gerade im BMJ zerlegt: Die Blutzuckerselbstmessung bei Typ-2 Diabtikern. In der <a href="http://www.bmj.com/cgi/content/full/336/7654/1174">ESMON-Studie</a>, der <a href="http://www.bmj.com/cgi/content/full/336/7654/1177">DIGEM-Studie</a> und dem zugeh&ouml;rigen <a href="http://www.bmj.com/cgi/content/full/336/7654/1139">Editoral</a> wird berichtet, dass diese einfache und logisch erscheinende Intervention nicht die Blutzuckereinstellung verbessert. Daf&uuml;r sind als Nebenwirkung die Selbstmesser depressiver.</p>
<p>Auch bei noch unverd&auml;chtigeren Interventionen wie Schulungen sind negative Wirkungen m&ouml;glich. Ein Beispiel aus meiner aktuellen Arbeit: Asthmaschulung f&uuml;r Eltern kranker Kinder k&ouml;nnte z.B. durch ein mehr an Therapieverantwortung f&uuml;r die Eltern durch mehr Sorge deren Lebensqualit&auml;t senken&#8230;</p>
<p>Logisch ist nicht biologisch!</p>
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		<title>Fluch und Segen des Fortschritts &#8211; das Dilemma der EbM in agilen Forschungsfeldern</title>
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		<pubDate>Thu, 15 May 2008 10:42:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>root</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Editorial zu HIV-Behandlung im aktuellen NEJM beschreiben Hirschel und Calmy das Problem der Nutzenbewertung bzw. Wissensgenerierung in sich schnell &#228;ndernden Bereichen, wie Onkologie und vor allem HIV: &#8230;Phase 4 studies that compare treatment strategies are desirable, but they are difficult to do. In a rapidly moving field such as HIV therapy, what is [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem <a href="http://content.nejm.org/cgi/content/full/358/20/2170">Editorial zu HIV-Behandlung im aktuellen NEJM</a> beschreiben Hirschel und Calmy das Problem der Nutzenbewertung bzw. Wissensgenerierung in sich schnell &auml;ndernden Bereichen, wie Onkologie und vor allem HIV:</p>
<blockquote><p>&#8230;Phase 4 studies<sup> </sup>that compare treatment strategies are desirable, but they are<sup> </sup>difficult to do. In a rapidly moving field such as HIV therapy,<sup> </sup>what is the &#8220;reference treatment&#8221;? Trials have to be large and<sup> </sup>continue for a long time, and patients may vote with their feet<sup> </sup>and refuse to continue with a therapy that they judge, rightly<sup> </sup>or wrongly, to be inferior to the latest miracle drug. And large<sup> </sup>trials that continue for a long time are expensive. Drug companies<sup> </sup>have little to gain, and much to lose, from comparing one of<sup> </sup>their already marketed drugs with another that may be better&#8230;.</p></blockquote>
<p>Die Nutzenbewertung ist schwierig, wenn es keinen klaren Standard zum Vergleich gibt (es geht ja in der Regel um Fragestellungen, f&uuml;r die es Behandlungsm&ouml;glichkeiten gibt, also wo ein Placebovergleich fragw&uuml;rdig ist) &#8211; und schlimmer noch: die Wissensgenerierung kann den neuen Trends nicht mehr hinterherkommen. Harte klinische Endpunkte erfordern meist lange dauernde Studien &#8211; deren Fragestellung ist am Ende aber vielleicht nicht mehr interessant. Kein Wunder, dass die Pharmaindustrie wenig geneigt ist, so zu forschen. Mit Patienten, die Zugang zu Informationen &uuml;ber Neuheiten in der Medizin haben, wird es auch schwierig, diese in einer entsprechenden Studie zu halten &#8211; zu gro&szlig; sind die Heilsversprechen des Neuen.</p>
<p>Ein M&ouml;glicher Ansatz sind die Zulassungsbeh&ouml;rden: nur sie k&ouml;nnen Firmen zu unbequemer Forschung zwingen. Sie m&uuml;ssen Endpunktstudien erzwingen und auch deren Durchf&uuml;hrung &uuml;berwachen (bekannterma&szlig;en l&auml;&szlig;t man sich hier gerne viel Zeit). Begrenzt kann auch &ouml;ffentlich finanzierte klinische Forschung helfen (ein Beispiel w&auml;re die <a href="http://images.zeit.de/text/2008/20/M-Makuladegeneration">Bremer VIBERA-Studie</a>).</p>
]]></content:encoded>
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		<title>ONTARGET &#8211; Gedanken zu Studie &amp; Surrogatendpunkten</title>
		<link>http://www.ebm-anwender.de/50/ontarget-gedanken-zu-studie-surrogatendpunkten/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Apr 2008 06:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>root</dc:creator>
				<category><![CDATA[Studien]]></category>
		<category><![CDATA[bpr3]]></category>
		<category><![CDATA[Endpunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Studienbewertung]]></category>

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		<description><![CDATA[In der ONTARGET-Studie (NEJM 2008;358:1547, Editorial, Designpublikation) wird Telmisartan 80mg gegen Ramipril 10 mg und die Kombination von beidem bei kardiovaskul&#228;ren Hochrisikopatienten gepr&#252;ft. Sie wird nat&#252;rlich als Marketingargument f&#252;r simple Schlu&#223;folgerungen zugunsten des 6x teureren Pr&#228;parates genutzt &#8211; als Grund f&#252;r ein paar spezielle und allgemeine Gedanken: Eingeschlossen wurden Menschen ab 55 Jahren mit bestehender [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-51" style="float: left;" title="ontarget" src="http://www.scienceblogs.de/weitergen/blogging%20on%20peer-reviewed%20research%20white.png" alt="blogging on peer-reviewed research white.png" width="120" />In der <a href="http://www.ontarget.cardio.on.ca/">ONTARGET</a>-Studie (<a href="http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/358/15/1547">NEJM 2008;358:1547</a>, <a href="http://content.nejm.org/cgi/content/extract/358/15/1615">Editorial</a>, <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15215792">Designpublikation</a>) wird <a href="http://www.drugbank.ca/cgi-bin/getCard.cgi?CARD=APRD01247">Telmisartan</a> 80mg gegen <a href="http://www.drugbank.ca/cgi-bin/getCard.cgi?CARD=DB00178">Ramipril</a> 10 mg und die Kombination von beidem bei kardiovaskul&auml;ren Hochrisikopatienten gepr&uuml;ft. Sie wird nat&uuml;rlich als Marketingargument f&uuml;r <a href="http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/?sid=489347">simple Schlu&szlig;folgerungen</a> zugunsten des 6x teureren Pr&auml;parates genutzt &#8211; als Grund f&uuml;r ein paar spezielle und allgemeine Gedanken:</p>
<p><strong>Eingeschlossen </strong>wurden Menschen ab 55 Jahren mit bestehender KHK, pAVK, Schlaganfall oder Diabetes mellitus. Ausschlu&szlig;gr&uuml;nde waren u.a. Unvertr&auml;glichkeit der Pr&uuml;fmedikation, Herzinsuffizienz, unkontrollierter Bluthochdruck,  Nierenarterienstenose und Leberfunktionsst&ouml;rung. Konnte kein ACE-Hemmer genommen werden, wurde in den TRANSCEND-Arm (Telmisartan vs. Placebo, hier nicht berichtet) gewechselt.</p>
<p>Es wurden 29019 Patienten in einer einfach-blinden Run-in Phase bis zur halben Dosis Telmisarten+Ramipril aufdosiert. Davon konten 25620 Patienten (88%) in 700 Zentren aus 40 L&auml;ndern weltweit im Verh&auml;ltnis 1:1:1 mittels eines zentralen Telefondienstes randomisiert werden. Weitere Details zur Rekrutierung,  Randomisierung und Verblindung fehlen leider.</p>
<p>Prim&auml;rer <strong>Endpunkt</strong> (PEP) war ein kombinierter Endpunkt aus kardiovaskul&auml;rem Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krankenhausaufenthalt wegen Herzinsuffizenz. Ein solcher Endpunkt ist als &#8220;&uuml;blich&#8221; zu betrachten und entsprach bis Hospitalisationen dem der <a href="http://www.diabetes-world.net/Portal-f%C3%BCr-Fachleute-Mediziner-und-Therapeuten/Literatur-und-Studien/Grosse-Diabetesstudien/HOPE-Studie.htm?ID=4786">HOPE-Studie</a>. Er leidet allerdings an der Kombination verschieden wertiger Ereignisse (Tod vs. Krankenhausaufenthalt) und verschieden &#8220;harten&#8221; Ereignissen. Die Subjektivit&auml;t wurde durch ein zentrales Endpunktbewertung vermindert. Die genaue <a href="http://www.ontarget.cardio.on.ca/Downloads/FinalDefNov2102.pdf">Endpunktdefinition versteckt sich</a> auf der Studienwebseite. Weitere (sekund&auml;re) Endpunkte und Subgruppen waren vorgeplant.</p>
<p><strong>Statistisch</strong> ist ONTARGET so angelegt, dass erst Nicht-Unterlegenheit von Telmisartan gegen Ramipril getestest wird und dann ggf. &Uuml;berlegenheit. Bei Non-Inferiority-Studien wird zuerst die Effektst&auml;rke der Vergleichssubstanz festgelegt. Hierzu wurden Daten der HOPE-Studie herangezogen. Man hat es sich aber etwas einfacher gemacht und nicht die errechnete HR von 0,775 f&uuml;r den Kompositendpunkt, sondern die 40. Perzentile des Sch&auml;tzers, also HR 0,794 genommen. F&uuml;r Nicht-Unterlegenheit wurde der Erhalt von 50% dieser schon konservativ gesch&auml;tzten Wirkung gefordert. Eine strengere Definition von Nicht-Unterlegenheit h&auml;tte die Patientenzahlen massiv erh&ouml;ht. Ansonsten wurde das Signifikanzniveau entsprechend adjustiert, sowie drei geplante Interimsanalysen durchgef&uuml;hrt.</p>
<p>Eine lesenwerte &Uuml;bersicht zu Nicht-Unterlegenheitsstudien ist von <a href="http://www.annals.org/cgi/reprint/145/1/62.pdf">Kaul &amp; Diamond, Ann Intern Med. 2006;145:62</a> erschienen.</p>
<p><span id="more-50"></span>Die <strong>Patienten </strong>waren im Durchschnitt 66,4 Jahre alt, haupts&auml;chlich (73%) m&auml;nnlich, haben einen BMI von 28 und bezeichnen sich als europ&auml;ischer Ethnie (73%). Fast die H&auml;lfte  (49%) hat einen Herzinfarkt hinter sich, ein Drittel (35%) eine stabile Angina pectoris, ein F&uuml;nftel (21%) einen Schlaganfall/TIA &#8211; insgesamt 85% sind kardiovaskul&auml;r krank. An Risikofaktoren bringen 68% einen Bluthochdruck, 37% eine Diabetes mellitus mit; 12,5% sind aktive, 52% Ex-Raucher. Sie sind umfassend vorbehandelt: Thrombozytenaggregationshemmer 81%, Statine 62%, Betablocker 57%, Diuretika 28%, ACE-Hemmer 57,5%, ARB 8,6%. Der Blutdruck liegt bei run-in bei 143/82 mmHg, zur Randomisierung bei 134/77 mmHg.</p>
<p>Die Monotherapie-Gruppen erhielten jeweils erg&auml;nzend passendes Placebo. Die Ramipril-Medikation wurde in den ersten 2 Wochen von 5 auf 10 mg aufdosiert. Die Patienten wurden alle 6 Monate gesehen. Geplant war eine Laufzeit bis Mitte 2007, entsprechend 3,5-5,5 Jahren.</p>
<p><strong>Ergebnisse</strong>: 25577 Patienten (99,8%) konnten nachverfolgt und nach dem ITT-Prinzip ausgewertet werden. Sie waren im Durchschnitt 4,7 Jahre in der Studie. &Uuml;ber die verlorenen Patienten wird nicht berichtet, ein Flowchart nach <a href="http://www.consort-statement.org/index.aspx?o=1030">CONSORT</a> wird nicht vorgelegt.</p>
<p>Der <strong>PEP </strong>wird von 1412 (16,5%) Patienten in der Ramipril-Gruppe, 1423 (16,7%) in der Telmisartan-Gruppe und 1386 (16,3%) in der Kombitherapie-Gruppe erreicht. Die risk ratio zwischen Ramipril und Telmisartan betr&auml;gt 1,04 [0,94-1,09]. Sie erf&uuml;llt somit das Kriterium f&uuml;r Nicht-Unterlegenheit, jedoch nicht das f&uuml;r &Uuml;berlegenheit. Telmisartan erh&auml;lt damit 95% [83,2-106,3%] des Effektes von Ramipril vs. Palcebo.<br />
Der Endpunkt wird zu 43% von Tod aus kardiovaskul&auml;rer Ursache getrieben, die anderen Komponenten steuern etwa gleich viel Ereignisse bei. Keine Endpunktkomponente f&auml;llt dabei deutlich raus. Leider lassen sich die Daten aus Table 3 nicht gegenrechnen, auch die Gesamtereigniszahl lt. Fu&szlig;note (* = kann mehrfach eintreten) kann ich nicht durch Summieren kontrollieren.</p>
<table style="border-collapse: collapse; width: 348pt;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="463">
<col style="width: 97pt;" width="129"></col>
<col style="width: 83pt;" width="110"></col>
<col style="width: 75pt;" width="100"></col>
<col style="width: 93pt;" width="124"></col>
<tbody>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td class="xl24" style="height: 12.75pt; width: 97pt;" width="129" height="17"><em><strong>Outcome</strong></em></td>
<td style="width: 83pt;" width="110"><em>Ramipril</em></td>
<td style="width: 75pt;" width="100"><em>Telmisartan</em></td>
<td style="width: 93pt;" width="124"><em>Kombi</em></td>
</tr>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt;" height="17">PEP</td>
<td>1412 (16,5%)</td>
<td>1423 (16,7%)</td>
<td>1386 (16,3%)</td>
</tr>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt;" height="17">Herzinfarkt *</td>
<td>413 (4,8%)</td>
<td>440 (5,2%)<span> </span></td>
<td>438 (5,2%)</td>
</tr>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt;" height="17">Schlaganfall *</td>
<td>405 (4,7%)</td>
<td>369 (4,3%)</td>
<td>373 (4,4%)</td>
</tr>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt;" height="17">Hospitalisierung HF *</td>
<td>354 (4,1%)</td>
<td>394 (4,6%)</td>
<td>332 (3,9%)</td>
</tr>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt;" height="17">kardiovask. Tod</td>
<td>603 (7,0%)</td>
<td>598 (7,0%)</td>
<td>620 (7,3%)</td>
</tr>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt;" height="17">Tod gesamt</td>
<td>1014 (11,8%)</td>
<td>989 (11,5%)</td>
<td>1065 (12,5%)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Von den sekund&auml;ren Endpunkten wird keiner bis auf vermehrte Nierenst&ouml;rungen in der Kombi-Gruppe statistisch signifikant; ebensowenig die Subgruppenanalysen. Die per-protocol Analyse ist unauff&auml;llig minimal besser als ITT.</p>
<p>Die Gr&uuml;nde f&uuml;r das <strong>Absetzen </strong>der Studienmedikation werden aufgeteilt nach Hypotension, Synkope, Husten, Diarrhoe, Angio&ouml;dem und Nierenfunktionseinschr&auml;nkung angegeben, wobei keines dieser vorbestimmten Kriterien inhaltlich definiert war, also teils erheblicher Subjektivit&auml;t ausgesetzt ist. Die Abbrecherzahlen sind wie folgt (* = Unterschied statistisch signifikant p&lt;0,05 gegen Placebo)</p>
<table style="border-collapse: collapse; width: 343pt;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="457">
<col style="width: 92pt;" width="123"></col>
<col style="width: 83pt;" width="110"></col>
<col style="width: 75pt;" width="100"></col>
<col style="width: 93pt;" width="124"></col>
<tbody>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt; width: 92pt;" width="123" height="17"><em><strong>Abbrecher<span> </span></strong></em></td>
<td style="width: 83pt;" width="110"><em>Ramipril</em></td>
<td style="width: 75pt;" width="100"><em>Telmisartan</em></td>
<td style="width: 93pt;" width="124"><em>Kombi</em></td>
</tr>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt;" height="17">Gesamt</td>
<td>2099 (24,5%)</td>
<td>1962 (23,0%) *</td>
<td>2495 (29,3%) *</td>
</tr>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt;" height="17">Hypotension</td>
<td>149 (1,7%)</td>
<td>229 (2,7%) *</td>
<td>406 (4,8%) *</td>
</tr>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt;" height="17">Synkope</td>
<td>15 (0,2%)</td>
<td>19 (0,2%)</td>
<td>29 (0,3%) *</td>
</tr>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt;" height="17">Husten</td>
<td>360 (4,2%)</td>
<td>93 (1,1%) *</td>
<td>392 (4,6%)</td>
</tr>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt;" height="17">Angio&ouml;dem</td>
<td>25 (0,3%)</td>
<td>10 (0,1%) *</td>
<td>18 (0,2%)</td>
</tr>
<tr style="height: 12.75pt;" height="17">
<td style="height: 12.75pt;" height="17">Nierenprobleme</td>
<td>60 (0,7%)</td>
<td>68 (0,8%)</td>
<td>94 (1,1%) *</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Die Autoren <strong>schlussfolgern</strong>, dass Telmisartan gleich wirksam ist wie Ramipril und weniger Angio&ouml;deme verursache, die Wahl aber individuell zu treffen sei. Die Kombination bringt keine Vorteile sondern nur vermehrte UAWs. Der Editorialist schlie&szlig;t, dass Telmisartan gleiche Vorteile wie Ramipril bietet, jedoch ARB mehr Nebenwirkungen haben und deutlich teurer sind.</p>
<p>Die Studie wurde vom Hersteller Boehringer Ingelheim finanziert. Alle Autoren geben potentielle Interessenkonflikte an.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-51" style="float: right;" title="ontarget" src="http://www.ebm-anwender.de/wp-content/uploads/2008/04/ontarget.jpg" alt="" width="120" height="120" />Meine <strong>Bewertung </strong>dieses Megatrials: Telmisartan ist Ramipril bei kardiovaskul&auml;ren Hochrisikopatienten nicht &uuml;berlegen (also nicht ganz &#8220;on target&#8221;), jedoch konnte der zugunsten von Telmisartan vereinfachte Nicht-Unterlegenheitsnachweis erbracht werden.<br />
Der Vertr&auml;glichkeitsvorteil ist minimal und zur Vermeidung eines UAW-bedingten Medikationsabbruchs l&auml;&szlig;t sich eine NNT von 67 errechnen. Der Vorteil besteht ganz &uuml;berwiegend im verringerten Husten, also einer harmlosen, reversiblen UAW. In <a href="http://content.nejm.org/cgi/content/full/342/3/145/T2">HOPE</a> wird in 7,3% vs 1,8% unter Placebo deswegen abgebrochen &#8211; es betrifft also etwa jeden 18. Patienten unter Ramipril. Dieser Gesamteindruck wird durch methodische Kritikpunkt (s.o.) best&auml;tigt. An der bisherigen Strategie, prim&auml;r ACE-Hemmer und bei Unvertr&auml;glichkeit ARBs einzusetzen sollte auch nach ONTARGET festgehalten werden.</p>
<p><strong>Interessant </strong>ist, dass trotz besserer Blutdruckeinstellung (0,9/0,6 mmHg unter Telmisartan und 2,4/1,4 mmg unter Kombination vs. Ramipril) der PEP nicht beeinflu&szlig;t wird. Die RR-Differenz schl&auml;gt sich aber in der erh&ouml;hten Anzahl an Hypotensionen und Synkopen nieder und verringert den Vertr&auml;glichkeitsvoteil.<br />
Umgekehrt wurden Blutdruckdifferenzen zugunsten der Behandlungsgruppe bisher gerne als Argument gegen die Validit&auml;t einer Studie ins Feld gef&uuml;hrt. Die Autoren errechnen selber einen hypothetischen Vorteil von 4-5% in der Kombinationsgruppe. Die ist ein neues Beispiel gegen die Nutzung von <strong>Surrogatendpunkten</strong>.</p>
<p>Zur Substanz <strong>Telmisartan </strong>noch zwei kurze Gedanken: Es gibt eine wichtige Interaktion mit Digoxin, wobei der Digoxinspiegel steigt (<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17028488">Mechanismus unbekannt</a>). Die als vorteilhaft beworbene Halbwertszeit von 20h hat keinerlei echten Nutzen sondern ist zB im Falle von UAWs problematisch (<a href="http://www.arzneitelegramm.de/html/1999_02/9902022_01.html">a-t 1999;2:22</a>).</p>
<p>Die <strong>Tagestherapiekosten </strong>liegen aktuell in Deutschland bei 1,07€ vs. ~0,18€.</p>
]]></content:encoded>
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